Neues vom Betriebsrat


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Die Krisenmanager vor Ort

von Dietmar Hexel, DGB-Vorstandsmitglied

 

Auf Betriebsräte ist Verlass. Wer noch gezweifelt hat, den hat spätestens die Wirtschaftskrise überzeugt. Betriebsräte übernehmen Verantwortung für ihre Kolleginnen und Kollegen und auch für das Unternehmen als Ganzes. Überall in Deutschland, in allen Branchen und Regionen, kämpfen die Betriebsräte mit den Gewerkschaften als Krisenmanager darum, Arbeitsplätze zu erhalten. Manches Unternehmen überlebt nur, weil es einen engagierten Betriebsrat hat, der kreative Lösungen entwickelt und unterstützt, um die Krise durchzustehen.

 

Betriebsräte machen einen Unterschied. Sie gestalten und schützen die Beschäftigten vor unternehmerischer Willkür und sichern den Betriebsfrieden. Sie stehen für die Beschäftigten ein, machen die Unternehmen wetterfest und zukunftssicher. Beschäftigte sind Wissensträger und die wirklichen Wertschöpfer im Betrieb. Sie haben – im Gegensatz zu manchem Aktionär – ein unmittelbares und langfristiges Interesse am Unternehmenserfolg. Und darum gewinnt ein Unternehmen, wenn es seinen Beschäftigten auf Augenhöhe begegnet, sie an den Entscheidungen beteiligt und sie teilhaben lässt. Hier hakt es noch. Noch fehlt es an gleichberechtigter Entscheidungsmacht bei wirtschaftlichen Fragen. Auch echte Teilhabe am Unternehmen muss noch erstritten werden. Es gibt viel zu tun.

 

Die Betriebsratswahlen 2010 sind ein wichtiges Signal: Arbeitnehmer wollen gleichberechtigt mitbestimmen! Wir brauchen mehr Betriebe mit Betriebsräten. Gerade in der Krise brauchen wir mehr Mitbestimmung und mehr Schutz. Dafür stehen die Kandidatinnen und Kandidaten der DGB-Gewerkschaften. Ihnen macht niemand etwas vor, denn sie wissen: Betriebsräte machen den Unterschied!

Beispiel Schlecker: Kämpfen lohnt sich

Immer wieder stand Schlecker in den letzten zehn Jahren in der Kritik. Die Gründe: miese Behandlung der Beschäftigten, Bespitzelungen, Druck auf Betriebsräte. In jüngster Zeit versuchte Schlecker mit faulen Tricks, tariflich beschäftigte Arbeitnehmer/-innen durch billige und ausgebeutete Leiharbeitskräfte zu verdrängen. Aber Schlecker ist trotz der Skandale auch eine Erfolgsgeschichte. Mehr als ein Drittel der Beschäftigten sind inzwischen organisiert, 170 Betriebsräte und einen Gesamtbetriebsrat hat das Unternehmen heute.


Derzeit verhandelt der Konzern mit ver.di über neue tarifliche Regelungen und die Zusammenarbeit mit der umstrittenen Leiharbeitsfirma Meniar hat der Drogerie-Riese eingestellt. Zu verdanken sind diese Verbesserungen den mutigen Kolleginnen und Kollegen, die hart dafür gekämpft haben. Bis zum Betriebsrat in jeder Bude ist noch viel zu tun. Aber das Beispiel Schlecker zeigt: Es lohnt sich!

 

Mitbestimmt.de hat mit Mona Frias, Schlecker-Betriebsrätin in Berlin, gesprochen. Lesen Sie hier das Interview: www.mitbestimmt.de/aktuelles/neues-aus-den-bezirken-regionen/228

DGB-Index Gute Arbeit 2009 Sonderauswertung: Bessere Arbeitsbedingungen in Betrieben mit Belegschaftsvertretungen

Ergebnisse der Repräsentativumfrage zum DGB-Index Gute Arbeit unter den Beschäftigten in Deutschland

Zum Unwort des Jahres 2009 wurde von einer unabhängigen Jury der Ausdruck »betriebsratsverseucht« gewählt. Die passende Auszeichnung für ein menschenverachtendes Wort, wie nicht allein die federführenden Sprachwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler fanden. Was die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer über Betriebsräte, Mitarbeitervertretungen und Personalräte denken, ist der bundesweiten Repräsentativumfrage zum DGB-Index Gute Arbeit zu entnehmen.


Insgesamt 60 Prozent der Beschäftigten in Betrieben mit Belegschaftsvertretung halten die Institution (Betriebsrat, Mitarbeitervertretung, Personalrat) für sehr wichtig (29 Prozent) oder wichtig (31 Prozent).

Als »nicht wichtig« werden die Belegschaftsvertretungen dagegen nur von 6 Prozent eingestuft.

Der DGB-Index Gute Arbeit bietet auch deutliche Hinweise darauf, woher diese positive Wertschätzung für die Belegschaftsvertretungen rührt. Aussagekräftig ist der Vergleich zwischen den Arbeitsbedingungen in Betrieben mit Belegschaftsvertretungen und ohne. Das Ergebnis: Im Urteil der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist die Arbeit in Betrieben besser, in denen Betriebsräte, Mitarbeitervertretungen oder Personalräte wirken. Das gilt für die Qualität der Arbeitsbedingungen insgesamt, und das trifft für viele Einzelaspekte der Arbeit zu.

 

Die Broschüre mit allen Ergebnissen kann bei der DGB Indes Gute Arbeit GmbH bestellt werden oder hier heruntergeladen werden.

Zeigen Sie sich solidarisch mit Ihrem Betriebsrat und bekennen: Betriebsratsverseucht. Und das ist gut so!

Als Aufkleber und Button jetzt bestellbar.

Anstecken, Flagge zeigen, Betriebsrat wählen

Ob Großkonzern oder Kleinbetrieb - ein Betriebsrat sorgt dafür, dass die Interessen der Beschäftigten vertreten werden. Vom 1. März bis zum 31. Mai finden deutschlandweit die Betriebsratswahlen 2010 statt. Wer zeigen will, wie wichtig Betriebsräte sind, kann das mit dem Button oder dem Aufkleber "Betriebsratsverseucht - und das ist gut so" tun. Hintergrund: "Betriebsratsverseucht" ist das Unwort des Jahres 2009. Die Jury der sprachkritischen Aktion wählte den Begriff aus fast 1000 Nominierungen aus. Laut einem Bericht der ARD-Sendung "Monitor" bezeichnen offenbar Abteilungsleiter einer Baumarktkette Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Filialen mit Betriebsrat als "betriebsratsverseucht".

Die Aktion "Betriebsratsverseucht. Und das ist gut so!" wurde von der Graewis Verlag GmbH gestartet. Im Graewis Verlag erscheint unter anderem der "einblick Info-Service" des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB).
Infos und Bestellungen: www.br-verseucht.de

Mitgestaltung per Betriebsrat: Geht wählen!

Ein Artikel von Frauke Weber (evangelisch.de) zu den Betriebsratswahlen 2010. Den Originalartikel finden Sie hier.

Betriebsräte können in Unternehmen mitgestalten, allerdings brauchen sie auch die Unterstützung der Belegschaft.

Mit dem 1. März haben in Deutschland die Betriebsratswahlen begonnen. Ein guter Weg, in einem Unternehmen etwas zu bewegen, etwas zu verändern. Wenn sich möglichst viele daran beteiligen.

Betriebsrat. Sind das nicht die älteren, gesetzten Herren, die eigentlich nur auf die Rente warten? Betriebsrat. Allein das Wort das klingt schon so altertümlich. Wie aus dem vergangenen Jahrhundert – mindestens. Wo doch heute alle hip und dynamisch sind und wahlweise in angesagten Internet Companies arbeiten oder in aufstrebenden Start-Ups. Soweit die Klischees. Kommen wir zur Realität. Denn heute kann jeder Beschäftigte schneller als ihm lieb ist in eine Situation geraten, in der er jemanden braucht, der ihn schützt, der die Rechte der Arbeitnehmer kennt, der auf Augenhöhe mit der Unternehmerseite verhandeln kann. Die Wirtschaftskrise lässt grüßen. Eine Renaissance (noch so ein altes Wort) für Betriebsräte also.

Und wie aktuell ihre Arbeit ist, davon kann Sozialsekretär Norbert Feulner vom Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (KDA) viel erzählen. Als in Nürnberg im vergangenen Jahr bei Quelle die Lichter für immer ausgingen, waren die Betriebsräte wichtige Ansprechpartner – natürlich für die Beschäftigten, aber auch für den Arbeitgeber. Sie haben den ersten Frust der Kollegenschaft ertragen, mussten die Beschäftigten auffangen, obwohl sie selbst nicht wussten, wie es weitergehen sollte. Mit den Niedriglöhnen bei der Drogeriekette Schlecker hat Feulner ein zweites Negativbeispiel vor der Haustür.

 

Appell der Kirchen
Und deswegen ist es aus seiner Sicht wichtig, dass die Beschäftigten nicht nur wählen, sondern sich auch aufstellen lassen. "In manchen Betrieben gibt es viel zu wenig Kandidaten, weil der Druck einfach zu groß ist", so seine Einschätzung. Das Unwort des Jahres 2009 lässt grüßen: "betriebsratsverseucht". Deshalb hatten jüngst auch die beiden großen Kirchen in einem Appell zu den Betriebsratswahlen aufgerufen. Ihnen geht es um eine Rückbesinnung auf die Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft sowie darum, dass der Mensch Maßstab unternehmerischen Handelns sein muss.

Wie sich aus dem Appell ableiten lässt, erwartet Bewerber eine vielfältige, komplexe gleichsam gestalterische Aufgabe – zu der beileibe nicht nur die Aushandlung eines Sozialplans gehört. Mit der Verflechtung der Wirtschaft und der Globalisierung sind auch die Anforderungen an Können und Wissen von Betriebsräten gestiegen. Ein Beispiel: Betriebsrate müssen wirtschaftliche Zusammenhänge verstehen, sie müssen nicht nur die Lage des eigenen Unternehmens gut kennen, sondern einen Überblick über ihre Branche haben, um überhaupt Informationen, die die Unternehmensseite ihnen gibt, einschätzen zu können.


Weites Themenfeld
Sie müssen bereit sein, sich in gesetzliche Vorgaben einzuarbeiten, falls ein Unternehmen – wie im vergangenen Jahr oft geschehen – Kurzabeit anmelden muss. Wie läuft ein solches Verfahren ab, was bedeutet es für die Beschäftigten, was heißt es für die Gehälter? Das sind nur einige Fragen allein bei diesem Thema. Gleiches gilt für das große Feld des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG), wie überhaupt der ganze Bereich Personalwesen ein heißes Thema ist. Dabei geht es längst nicht immer um die Vertretung der Arbeitnehmerschaft gegenüber der Unternehmensseite, stärker rückt auch das sogenannte Diversity-Management ins Blickfeld.

"Früher gab es traditionelle Belegschaften beispielsweise mit Facharbeitern", erklärt Winfried Heidemann von der Hans-Böckler-Stiftung. "Heute dagegen kommen viele Beschäftigte aus anderen Ländern, anderen Kulturen, da gilt es, einen Ausgleich zu finden." Oder die Bereiche Work-Life-Balance, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, der demographische Wandel. Spannende Fragen wie die nach altersgemischten Teams, nach einer Belegschaft in 10 oder 15 Jahren gilt es zu beantworten. Natürlich ist bei diesen Strategien in erster Linie die Unternehmensführung gefragt, trotzdem sind das alles Themen auch für Betriebsräte.


Neue Kompetenzen aufbauen
Das klingt jetzt nach vielen und hohen Anforderungen – doch die Arbeit in dem Gremium bringt dadurch auch Vorteile: "Betriebsräte bauen neue Kompetenzen auf, sie erwerben Wissen und Können in Bereichen, die sie vorher vielleicht noch gar nicht für erschlossen hatten", erklärt Heidemann. Zu diesen neuen Kompetenzen zählen Organisationsgeschick, Verhandlungsführung, Vermittlung, Motivation, Kommunikation.

Und je nach dem, wie groß das Unternehmen – und damit auch der Betriebsrat - ist, sind sogar regelrechte Managementqualitäten gefragt. Qualitäten also, von denen die Betriebsräte in ihrem eigentlichen Beruf profitieren können. Denn auch diese Beobachtung hat Winfried Heidemann gemacht: Viele Betriebsräte wollen ihr Amt von vornherein nur für eine gewisse Zeit ausüben, weil sie auch engagiert in ihrem Job sind und sich dort weiterentwickeln möchten.

Wem das als Gründe für Engagement im Betrieb noch nicht reicht, dem sei Folgendes gesagt: 57 Prozent der Beschäftigten arbeiten in Firmen mit mehr als zehn Beschäftigten - allerdings gibt es nur in 22 Prozent dieser Betriebe einen Betriebsrat. Anders sieht es dagegen bei Großunternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten aus: Hier liegt die Quote bei 90 Prozent. Und: Je mehr jüngere Beschäftigte eine Firma hat, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es einen Betriebsrat gibt (die Daten hat die Böckler-Stiftung zusammengetragen).

Frauke Weber arbeitet bei evangelisch.de als Redakteurin für Wirtschaft und Magazin.

Betriebsräte: Aug' in Auge mit dem Chef

Ein Artikel von Christine Holch (evangelisch.de) über die Betriebsrätin Martina Guidotti, die erlebt hat, wie ihre Firma aufgekauft wurde.

Mitreden - Betriebsrat, wie uncool ist das denn, das ist doch für Verlierer! Oder für Kohlekumpel. Doch im Innersten der Arbeitswelt kommen sogar Investmentbanker und Verlagslektoren auf komische Ideen.

 

Hätte man Martina Guidotti vor zehn Jahren gefragt, ob sie vielleicht zur Betriebsratswahl in ihrer IT-Firma kandidieren möchte, man hätte sich ein entrüstetes Nein eingefangen.

 

Den ganzen Artikel können Sie hier auf evangelisch.de lesen.

Sommer begrüßt Entscheidung zum Unwort des Jahres

DGB-Vorsitzender Michael Sommer hat die Entscheidung begrüßt, den Begriff "betriebsratsverseucht" zum "Unwort des Jahres" zu machen. Arbeitnehmerinteressen hätten doch einen hohen Stellenwert. "Dass das in dem Jahr passiert, in dem Betriebsratswahlen stattfinden, finde ich besonders wichtig", sagte Sommer.


Das "Unwort des Jahres" 2009 heißt "betriebsratsverseucht". Die Jury begründet ihre Entscheidung, dass "damit in völlig unangemessener Weise Arbeitnehmer-Interessen als Seuche dargestellt" werden. Die Wahrnehmung von Arbeitnehmerinteressen störe zwar viele Unternehmen, "sie als 'Seuche' zu bezeichnen, ist indes ein zumindest sprachlicher Tiefpunkt im Umgang mit Lohnabhängigen", sagte der Sprecher der "Unwort"-Jury, Horst Dieter Schlosser am Dienstag in Frankfurt. Mit dem zum "Unwort" gewählten Begriff stünden Menschen, "plötzlich da, als wären sie Aussätzige".


Das Unwort stehe für eine Haltung, "die sich leider inzwischen verbreitet hat", begründete der Sprachwissenschaftler. Das Wort sei im Kommen, "wir wollten rechtzeitig 'Stopp' sagen". Ziel der sprachkritischen Aktion sei die öffentliche Diskussion. "Das 'Unwort' kann dazu anregen, hinter die Kulissen zu schauen, was in Betrieben ohne Betriebsrat los ist."


Ein Mitarbeiter der Baumarktkette Bauhaus hatte in der ARD-TV-Sendung "Monitor" (14. Mai 2009) berichtet, das Wort werde von Abteilungsleitern des Unternehmens verwendet, wenn Kollegen aus einer Filiale mit Betriebsrat in eine ohne Arbeitnehmervertretung wechseln wollten. "Dort könnte ihm vorgehalten werden, dass sein bisheriges Vertrauen in eine Arbeitnehmervertretung die Einstellung gefährde", so die Erläuterung. Der Mitarbeiter habe seine Aussage eidesstattlich versichert.


Mit Betriebsrat geht es besser


DGB-Vorsitzender Michael Sommer nannte es bemerkenswert, dass Sprachwissenschaftler mit der Wahl dieses "Unwortes" "deutlich zu machen versuchen, dass es ein gesellschaftliches Missverhältnis zwischen der Notwendigkeit und der Bedeutung der Betriebsratsarbeit und der Missachtung dieser Arbeit durch bestimmte Arbeitgeber gibt". Die Wahl sein auch ein Zeichen dafür, dass es offensichtlich "noch ein Bewusstsein dafür gibt, dass Interessen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern wahrgenommen werden müssen und diese Interessenwahrnehmung nicht als Übel zu betrachten ist, sondern als Vorteil für die Menschen".


DGB-Vorstandsmitglied Dietmar Hexel bezeichnete die Entscheidung als "Lob an alle Betriebsräte". Gerade in der Krise würden die Vorteile der Mitbestimmung deutlich. "Die Arbeitnehmer sind die Wissensträger und echte Wertschöpfer, die im Vergleich zu manchem Aktionär ein unmittelbares Interesse am Erhalt und der Entwicklung eines Unternehmens haben", sagte Hexel. Mehr direkte Beteiligung im Betrieb, Mitbestimmung und Betriebsräte werde gebraucht, um Strukturumbrüche zu meistern.


An der 19. Wahl zum "Unwort des Jahres" beteiligten sich 2018 Einsender. Sie machten 982 verschiedene Vorschläge. Die Jury entscheidet aber nicht nach der Häufigkeit eines Vorschlags, sondern wählt ein "besonders schiefes Verhältnis zu der bezeichneten Sache", Begriffe, die verschleiern, dramatisieren oder gar die Menschenwürde verletzen.

Mit Betriebsrat geht es besser


DGB-Vorsitzender Michael Sommer nannte es bemerkenswert, dass Sprachwissenschaftler mit der Wahl dieses "Unwortes" "deutlich zu machen versuchen, dass es ein gesellschaftliches Missverhältnis zwischen der Notwendigkeit und der Bedeutung der Betriebsratsarbeit und der Missachtung dieser Arbeit durch bestimmte Arbeitgeber gibt". Die Wahl sein auch ein Zeichen dafür, dass es offensichtlich "noch ein Bewusstsein dafür gibt, dass Interessen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern wahrgenommen werden müssen und diese Interessenwahrnehmung nicht als Übel zu betrachten ist, sondern als Vorteil für die Menschen".


DGB-Vorstandsmitglied Dietmar Hexel bezeichnete die Entscheidung als "Lob an alle Betriebsräte". Gerade in der Krise würden die Vorteile der Mitbestimmung deutlich. "Die Arbeitnehmer sind die Wissensträger und echte Wertschöpfer, die im Vergleich zu manchem Aktionär ein unmittelbares Interesse am Erhalt und der Entwicklung eines Unternehmens haben", sagte Hexel. Mehr direkte Beteiligung im Betrieb, Mitbestimmung und Betriebsräte werde gebraucht, um Strukturumbrüche zu meistern.


An der 19. Wahl zum "Unwort des Jahres" beteiligten sich 2018 Einsender. Sie machten 982 verschiedene Vorschläge. Die Jury entscheidet aber nicht nach der Häufigkeit eines Vorschlags, sondern wählt ein "besonders schiefes Verhältnis zu der bezeichneten Sache", Begriffe, die verschleiern, dramatisieren oder gar die Menschenwürde verletzen.

 

Der Aufkleber zur Aktion kann unter www.br-verseucht.de bestellt werden.


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